home  reisen

vie/reisen

italien/

 

 


 eppan/appiano

text: günter vielgut

erschienen: bongiorno reiselust 19/05/06

 

 

  b u c h t i p p/
Südtirol/Dolomiten; Baedeker

Zwischen Brenner und Salurner Klause erstreckt sich die Region, in der vor hundert Jahren der Begriff ""Sommer-frische"" geprägt worden ist. Zu-recht. Schon früh im Sommer macht sich dort der  Mit-telmeereinfluss be-merkbar. Ein klas- sischer Führer zur Region.

 

 
Eppan: Ein Stück Südtirol

Dem Südtiroler wird ja nachgesagt, dass er ein kluger Menschen-schlag sei. In der Tat holt er stets das Beste für sich heraus. Ge- witzt, wie er halt so ist, verbindet er italienische Lebensart mit älplerischer Bodenständigkeit. Die Bewohner der Südtiroler Ge-meinde Eppan bilden da keine Ausnahme.

In Eppan oder auch Appiano, wie die Italiener sagen, schlägt das Herz Südtirols. Die atemberaubende Kulisse der Dolomiten genießt man vorzugsweise bei einem guten Glas Wein. Davon gibt es schließlich mehr als genug. Nicht umsonst liegt Eppan an der Weinstraße. Dank des mediterranen Klimas gedeihen über 20 ver- schiedene Rebsorten südlich des Brenners. Ein Tipp: Probieren Sie in einem der vielen lauschigen Gastgärten an den Berghängen einen Lagrein, den gehaltvollen und samtigen Rotwein aus der Gegend. Derart entspannt, genügt ein Blick ins Tal, um die har-monische Einheit von Landschaft und Architektur zu erkennen.

Tiramisù oder Apfelkiachl?
Der Gegensatz zwischen Nord und Süd hat eine eigene, für das Gebiet typische Richtung, hervorgebracht: den Überetscher Bau-stil. Alte Erker mit geraniengeschmückten Fenstern, herrschaft-liche Ansitze und urige Weinkeller sowie zahlreiche Burgen und Klöster zeugen von einer kunstreichen Vergangenheit. Auch in der Küche ist auf äußerst erfreuliche Weise der italienische Einfluss zu spüren. Was auf den Teller gezaubert wird, spiegelt die Land-schaft und Kultur des Landstrichs wider. Zu Lasagne, Pasta al Pes-to und Maccheroni ai Formaggi gesellen sich Südtiroler Wein-suppe, deftige Speckknödel und Kasnocken. Die Qual der Wahl ist unerbittlich groß. Tiramisù oder Apfelkiachl? Das ist hier die Fra-ge.

Sport oder Faulenzen?
Rührt sich nach dem Schlemmen das Gewissen, ist man in Eppan richtig. Als Ausgangspunkt für viele sportliche Aktivitäten ist die Gemeinde nahezu ideal. Zahllose Kletter- und Wandertouren in die Dolomiten sorgen für Kalorienabbau und eine Verbesserung der Kondition. Vorsicht ist allerdings auf den Almhütten geboten:
auch hier wird mit Verve gekocht. Radfahrer und Mountainbiker können aus einem reichen Angebot an Strecken auswählen. Wer mit dem Rad etwa auf den Mendelpass fährt, wird mit einer überwältigenden Aussicht auf die Tiefebene um Bozen und den
Kalterersee belohnt. Zuvor müssen auf der kühn in den Fels gehau-enen Straße aber einige Spitzkehren und Steigungen bewältigt werden.

Wer lieber gemütlich verdaut, der sollte das Naturschutzgebiet
Montiggl mit seinem herrlichen Mischwald aufsuchen. Eingebettet in eine liebliche Wald- und Hügellandschaft bieten der Große und der Kleine Montigglersee eine besondere Atmosphäre beim Faulen-zen. Auch zu den Badestränden des Kalterersees ist es nur ein
Katzensprung.