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 krk/punat

text: günter vielgut
fotos: l
ovro solman

erschienen: bongiorno reiselust 15/09/05

 

 

 

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Istrien und Kvarner Bucht; von Werner Lips

praktischer Reise- führer für die Region. Sorgfältige Beschrei- bung aller sehens-werten Orte und Regionen, mit Unter-kunftstipps vom Campingplatz bis zum 4-Sterne-Hotel-Be-schreibung aller wesentlichen Freizeitmöglichkeiten.

 

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Istrien mit Kvarner Bucht,...; von Reto Soler

In Kroatien kann man nicht nur baden. Zahlreiche Wander-routen laden ein, die Mischung von Meer und Bergen sowie die wilden, vielfältigen Landschaften zu erkunden. Besonders in der Nebensaison. Karstige Bergketten und malerische Canyons.

 

 
Bora, Karst und Šurlice

Lieblich, geradezu malerisch, liegt im Abendrot das winzige Eiland Kosljun inmitten der flachen Bucht von Punat, wie von harmonie- süchtchtigen Landschaftsplanern arrangiert. Wenn sich die Sonne dann auch noch anschickt, blutrot über der kroatischen Kvarner-Region zu versinken, ist die Idylle nahezu perfekt. Der geschulte Sonnenuntergangs-Aficionado nimmt dazu ein Gläschen "Plavac" - Marke trockener dalmatinischer Rotwein - etwas Schafskäse und Oliven.

Habsburger-Nostalgie
Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts war Kosljun erster Anziehungs- punkt des aufkeimenden Tourismus auf der kroatischen Insel Krk. Die vornehmen Reisenden kamen vorwiegend des Franziskaner- klosters wegen auf Kosljun, schon damals ein beliebtes Ausflugs- ziel. Es waren vor allem Gäste aus dem Dunstkreis des öster- reichisch-ungarischen Herrscherhauses. Aber auch gekrönte Häup- ter selbst, gaben sich die Ehre. So etwa die Witwe des öster- reichischen Kaisers Franz Ferdinand I., Maximilian Ferdinand, der jüngere Bruder von Kaiser Franz Joseph sowie der rumänische König Karol I. Heute befinden sich im Kloster eine ethnographische und sakrale Sammlung sowie eine wertvolle alte Bibliothek.

Segler und Olivenhaine
Erstaunlich, dass in Punat erst im Jahr 1924 das erste Hotel, die "Vila Lucija", eröffnet wurde. Eine Bädergesellschaft gab es ja schon seit 1908. Und eine Werft, deren wirtschaftliche Bedeutung auch außerhalb der Bucht von Kvarner spürbar war. Zeuge der alten Schiffsbautradition ist heute der Yachthafen von Punat mit über 750 Liegeplätzen. Eines der größten und am besten ausge- stattetsten Refugien für Segler an der Ostküste der Adria und in Europa überhaupt. Das ganze Jahr über herrscht mitunter reger Betrieb, auch abseits der Hauptsaison im Sommer. Nur wenn die Bora bläst, verkriecht sich selbst der mutigste Segler an Land. Der tückische und unberechenbare Fallwind aus dem Hinterland ist nicht nur bei den Nautikern berüchtigt.

Angesichts der bevorstehenden Olivenernte hoffen ebenso die Einheimischen darauf, dass sie die Bora verschonen möge. So auch Slavko Satinovic, stolzer Besitzer von rund 100 Oliven-bäumen. Wenn das Wetter übel ist, könne die Ernte zur Qual werden, wie der Olivenbauer bedeutet, indem er sich scheinbar die Hände vor Kälte reibt. Besucher seien dennoch immer herzlich eingeladen, in den Olivenhainen zu helfen, versichert Satinovic augenzwinkernd.

Betörende Wege durch den Karst
Überhaupt ist die Gegend für Aktiv-Urlauber ein lohnendes Ziel. Jetzt im Spätsommer, bei erträglichen Temperaturen, laden wildromantische Wege durch den Karst zu kurzen oder ausge-dehnten Wanderungen ein. Je nach Plaisir und Kondition, ist für jeden etwas dabei. Als idealer Ausgangspunkt einer Erkundungs-tour empfiehlt sich der Spazierweg gleich oberhalb des Ortes, versehen mit plastischen Darstellungen des Kreuzweges. Am Ende des Pfades: Drei große steinerne Kreuze und ein wunderbarer Ausblick in die Bucht von Punat. Danach führt die Strecke entlang fruchtbarer steinumrandeter Weingärten bald auf die Hochfläche. Ständiger Begleiter des Wanderers: Der Duft aromatischer Kräuter wie Salbei, Rosmarin, Thymian und Lavendel, die am Wegesrand sprießen. Schlichtweg sinnlich und betörend. Beeindruckend auch die alten Wäder aus knorrigen und immergrünen Steineichen.

Beschauliche Nachsaison
Erholung von den Expeditionen in den Karst findet man an den zahlreichen Stränden. Nun, in der Nachsaison, nachdem die Massen abgereist sind, bleibt genügend Platz. Es geht beschaulich zu. Wie so oft in Kroatien, sind die abgelegensten und schönsten Buchten den FKK-Anhängern vorbehalten. Auch in den Restaurants ist die Hektik des Hochsommers einer gewissen Abgeklärtheit gewichen. Saisonal passend und sehr empfehlenswert: "
Šurlice" mit Wildgulasch - ein köstliches Nudelgericht. Und "Plavac" natürlich, um die Sache abzurunden.