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 kispest-honvéd vs. mtk budapest

ort: budapest
stadion: bozsik stadion
datum: 02/11/01
zuschauer: ca. 3.000
ergebnis: 0:1

text:
günter vielgut

 

 

  b u c h t i p p/
Puskas on Puskas; von Ferenc Puskas

Puskas über Puskas: Wer könnte besser Auskunft über den ungarischen Weltspieler geben als der Major selbst. Gemeinsam mit Alfredo di Stefano spielte er in den 50ern bei Real Madrid ganz Europa schwindelig.

 
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Bela Guttmann. Weltgeschichte des Fußballs in einer Person; von Detlev Claussen

Als kompromissloser Verfechter der Offensive verhalf der Ungar Benfica 2x zur Europas Krone und gilt als Geburtshelfer von Brasiliens "Selecao". Ein Weltenwanderer in Sachen Fußball.

 

 
Auf den Spuren von Puskas, Hidegkuti & Co
Wenn schon ein Kurztrip mit FH-Kollegen nach Budapest auf dem Programm steht, muss man die Gelegenheit nutzen, um einen ungefilterten Blick auf den ungarischen Fußball zu riskieren. Also den guten Mann an der Rezeption gefragt, wer denn heute spielt. Mit der Frage war er allerdings -  offenkundig aufgrund fußballerischen Desinteresses - überfordert, erst die Sportseite der Zeitung brachte Aufschluss. Die Wahl fiel auf Kispest, dem ehemaligen Armeeklub Honvéd,  gegen MTK, eines von vielen möglichen Derbies in der Hauptstadt, nachdem der Portier zuvor scherzend den Kracher Sopron gegen Vasas empfohlen hatte.

Mit dem Taxi ging`s vom Hotel in der Nähe des Hauptbahnhofs auf einer langen Fahrt in den Budapester Stadtteil Kispest zur Heimstätte von Kispest, dem Bozsik Stadion, benannt nach dem legendären Nationalspieler, Joséf Bozsik, Mitglied der so genannten "Goldenen Elf" aus den 50er Jahren, die vom 14. Mai 1950 bis zum WM-Finale am 4. Juli 1954 im Wankdorf-Stadion in Bern 32 Pflichtspiele in Folge nicht verlor und als erste Mannschaft aus Kontinentaleuropa die Engländer auf heiligen Boden - in Wembley - mit 6:2 vernichtend schlug. Viele Lichtgestalten dieser Fabelelf kamen damals von Honvéd, neben Bozsik auch noch Zoltán Czibor, Sándor Kocsis und nicht zuletzt Major Ferenc Puskás. Nandor Hidegkuti spielte hingegen beim Rivalen MTK.

So glorreich die Vergangenheit des ungarischen Fußballs ist, so trist präsentiert sich die  Gegenwart an diesem kalten Novemberabend. Das Stadion selbst macht einen ramponierten Eindruck, schon lange wurde hier nichts mehr investiert. Das Bauwerk kann durchaus als Symbol für den Verfall und die internationale Bedeutungslosigkeit des ungarischen Fußballs gelten. Das Mauerwerk bröckelt leise vor sich hin, die Tribünen haben schon bessere Zeit gesehen. Vielleicht liegt´s aber auch am herumziehenden Novembernebel, der die Szenerie vedüstert.

Auf dem Feld herrscht offenbar ein Nichtangriffspakt zwischen den Akteuren. Keiner mag so richtig in die Zweikämpfe gehen, das Tempo ist - für die höchste Spielklasse - erschreckend langsam. Als Österreicher muss man mit Kritik angesichts des heimischen Niveaus zwar sparsam umgehen, dennoch scheint hier alles noch ein wenig schlimmer zu sein. Die Zuseher dämmern vor sich hin. Allein das Häufchen MTK-Fans in der Kurve links neben der Haupttribüne versucht Lärm zu machen. Die Laufbahn zwischen Spielfeld und Zuschauern erweist sich auch eher als stimmungstötend. Man knabbert Pistazien und schaut, dass einem der Arsch nicht abfriert. Für ein paar Forint konnte man einen Polster vor der Partie mieten. Leichtsinnigerweise habe ich auf diese Investition verzichtet.

Bis zur 69. Minute tut sich faktisch nichts. Als Illés für MTK trifft, kommt ein wenig Leben in die Bude. Nach der Führung wird jede Entscheidung des Schiedsrichters lauthals in Frage gestellt. War die Stimmung zuvor von mürrischer Passivität geleitet, so herrschen nun spontan aufbrandende Gefühlsausbrüche gegen Schiri und auch das eigene Team vor. Es scheint fast so, als hätte man darauf gewartet, dass die eigene Mannschaft in Rückstand gerät. Ganz nach dem Motto: "Ich hab´s ja gewusst, ihr Nichtskönner"! Wie auch immer. Kispest tat seinen Fans den Gefallen und verlor 0:1.