Auferstehung
"Der Herr ist auferstanden!" - "Er
ist wahrhaftig auferstanden!" Das Bekenntnis zur Auferstehung Christi ist das
Grundbekenntnis des christlichen Glaubens. Es handelt sich dabei also gerade
NICHT um irgend ein Randthema ohne Bedeutung, sondern um etwas, das den
Charakter und den Inhalt der christlichen Botschaft wesentlich bestimmt. Von
Anfang an war gerade dieses Bekenntnis umstritten, dem Vorwurf der
Unglaublichkeit ausgesetzt. Den Jüngern wurde unterstellt, den Leichnam Jesu
entwendet zu haben, um die Auferstehung glaubhaft zu machen und so das Scheitern
ihres Messias wie einen Triumph aussehen zu lassen.
Allerdings ist für die Christen nie
der verschwundene Leichnam ein Argument gewesen, sondern der lebendige Christus.
Das Neue Testament berichtet nichts über eine Suche nach dem Leichnam, auch
nicht durch Gegner der Christen, dafür aber reichlich von Begegnungen, von
Erscheinungen des Auferstandenen: Maria Magdalena wird erwähnt (Johannes
20,11-17), Petrus (Lukas 24,34 und 1. Korinther 15,5), dann die versammelten
Jünger (Johannes 20; 1. Korinther 15,5), dann ist noch die Rede von den zwei
Jüngern in Emmaus (Lukas 24), von "mehr als 500 Brüdern auf einmal" (1.
Korinther 15,6) und zuletzt von Paulus, dem einstigen Christenverfolger und
bekehrten, eifrigen Missionar (1. Kor. 15,8; Apostelgeschichte
9).
Das Bekenntnis der Auferstehung
Jesu ist die Voraussetzung dafür, dass die Christenheit Jesus als den bekennen
kann, in dem Gott für die Welt das Heil verwirklilcht. Nicht nur, dass seine
Mission bestätigt wird: er ist eben nicht gescheitert, sondern seine Mission ist
erfolgreich abgeschlossen, Kreuzigung und Tod waren Teil des Plans, jetzt
nachträglich "posthum" sozusagen, erfährt er seine Bestätigung. Er lebt und
wirkt weiter, und seine Botschaft ist nach wie vor gültig und
aktuell.
Das Bekenntnis zur Auferstehung
Christi ist der Grund der Hoffnung des Glaubens, dass sich Gerechtigkeit und
Leben für den einzelnen Menschen und für die ganze Schöpfung über das Ende des
geschöpflichen Lebens hinaus erweisen wird. Die Endlichkeit des Lebens setzt der
Hoffnung und der Gerechtigkeit kein Ende, sondern alles Leben gewinnt eine
Perspektive, die über die Grenze des Todes hinausweist.
Die Auferstehung Jesu nämlich führt
auch Paulus im 1. Korintherbrief als Argument für die allgemeine Auferstehung
der Toten an: "Wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht
auferstanden. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig,
so seid ihr noch in euren Sünden; so sind auch die, die in Christus entschlafen
sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die
elendsten unger allen Menschen" (1. Kor. 15,16-19)
Im christlichen Glauben gewinnt das
Leben eine Dimension, die weit über die Grenzen des irdischen Lebens, weit über
die Beschränkungen der sichtbaren Welt hinausreicht.
Denn letztlich bedeutet
Auferstehung nichts anderes, als dass nicht der Tod, nicht das Scheitern, nicht
die Vernichtung, und nicht die Hoffnungslosigkeit das letzte Wort behalten,
sondern die Liebe Gottes.