Das (Heilige) Abendmahl

auch "Eucharistie" (= Danksagung), "Kommunion" (= Gemeinschaft) oder "Herrenmahl" genannt.

Unsere Abendmahlsfeiern leiten sich aus dem Abschiedsmahl Jesu und seiner Jünger her, bzw. aus dem gemeinsamen Essen mit Brotbrechen bei Erscheinung des Auferstandenen (z: B. in der Geschichte der Begegnung auf dem Weg nach Emmaus: Lukas 24,13-35)

In den Evangelien und im ersten Brief des Apostels Paulus nach Korinth lesen wir, dass Jesus beim Abschiedsmahl vor seiner Verhaftung das Brot gebrochen hat und den Jüngern ausgeteilt mit den Worten: "Nehmt hin und esst. Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Das tut zu meinem Gedächtnis." Und den Kelch reichte er ihnen mit den Worten: "Nehmt und trinkt alle daraus. Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr's trinkt, zu meinem Gedächtnis." Diese Worte leiten noch heute jede Abendmahlsfeier ein.

Aus den Einsetzungsworten selber ergeben sich zwei Bedeutungen: die Sühne ("zur Vergebung der Sünden") und der Bundesschluss ("der neue Bund in meinem Blut"); das heißt jede Abendmahlsfeier ist Erinnerung an den Tod Jesu zur Vergebung unserer Schuld und an die (versprochene) Mahlgemeinschaft im Reich Gottes (vor allem bei Matthäus und Markus). Die Feier des Abendmahls ist  zugleich die Grundlage und das Zeichen für die Gemeinschaft der Christen untereinander und mit Gott.

Brot und Wein sind symbolträchtige Speisen. Beide kommen nicht einfach in der Natur vor, sondern sind recht arbeitsintensiv, sind also quasi "Gemeinschaftsprodukte" von Gott und Mensch,  bei Brot  denkt man gern ans "Tägliche Brot" also an alles, was zum Leben nötig ist, der Wein soll (laut Psalm 104) den Menschen erfreuen. Beides, das Lebensnotwendige und die Freude, die Arbeit und das Fest, sind Gaben Gottes. Beides gehört zusammen.

Unterschied zur katholischen Tradition: Die Wandlung, die in der katholischen Messe den Höhepunkt der Eucharistiefeier bildet, entfällt. wir glauben wohl, dass Christus, wie verheißen, gegenwärtig ist, aber sein Kommen lässt sich an keinem bestimmten Punkt festmachen. Da auch eigentlich nicht der Pfarrer, sondern Christus das Mahl austeilt, muss der Leiter einer Abendmahlsfeier auch kein besonders geweihter Priester sein. Wohl ist die öffentliche Sakramentsverwaltung an die Ordination gebunden, aber auch Lektoren kann nach absolvierter Ausbildung die Berechtigung zur öffentlichen Abendmahlsfeier erteilt werden. Wir feiern nicht in jedem Gottesdienst Abendmahl, aber wenn, dann teilen wir gewöhnlich auch den Kelch miteinander.

Zum Abendmahl zugelassen ist in der evangelischen Kirche jeder getaufte Christ , (auch wenn er einer anderen Kirche angehört) das heißt, seit kurzem ist das Abendmahl grundsätzlich allgemein auch für Kinder offen. Bei Abendmahlsfeiern mit Kindern wird meist Traubensaft statt oder als Alternative zum Wein gereicht.