Lahnsattel

Lahnsattel ist eine Katastralgemeinde und gehört zur Marktgemeinde St. Aegyd am Neuwalde (NÖ). Wir zählen ca. 150 Einwohner und das ganze Gebiet liegt unmittelbar an der Grenze zur Steiermark. Der Name "Lahnsattel" kommt von der Lawine, bzw. von den Lawinen, die bei uns abgegangen sind und viel Not und Verwüstung gebracht haben.

Besiedelt wurde das Gebiet zum ersten Mal um 1780 mit Protestanten aus dem Raum Gosau, beginnend in Terz, dem Pass Lahnsattel entgegen und in späterer Folge auf dieser Seite des Passes. Um diese Zeit der ersten Besiedelung hat das Gebiet nicht Lahnsattel, sondern Terzerwald geheißen, der sich von Terz angefangen bis hinten nach Gscheidl erstreckte. Diese Wälder waren damals ein einziger großer Urwald.

Der Name Lahnsattel wurde erstmalig um 1818 erwähnt. 1844 ist in der Mitte des heutigen Passes eine große Lawine abgegangen, in der 2 Keuschen vernichtet wurden und 11 Todesopfer zu beklagen waren. In weiterer Folge bauten sich die Siedler ihre Häuser direkt am Pass, wo bereits eine provisorische Schule entstand und auch ein kleines Gasthaus war. 

Aber am 17. Jänner des Jahres 1878 donnerte wieder eine große "Lahn" vom Göller herab, die die gesamte erste kleine Ortschaft vernichtet und 13 Todesopfer gefordert hat. Es waren damals so riesige Schneemassen, dass das letzte Opfer erst am 4. August 1878 gefunden wurde. Somit hatte der Name Lahnsattel seine natürliche Berechtigung bekommen ("die Lahn am Sattel")

Weitere Lawinen sind noch abgegangen in den Jahren 1907, 1909 und 1923 eine große Nassschneelawine, die mitten vom Göller herabging, eine Keusche vernichtete und 2 Todesopfer forderte. Im Jahre 1944 gingen binnen 3 Tagen vier Lawinen ab, und zwar eine am Pass Lahnsattel, 2 mitten vom Göller und eine vom "Kleinen Göller". Es waren dabei zwar keine Todesopfer zu beklagen, jedoch wurden riesige Waldgebiete vernichtet, sodass die Aufarbeitung dieses Schadholzes bis in die Fünfzigerjahre gedauert hat.

Das Lawinendenkmal auf der Passhöhe

Eine kleine Siedlung von Lahnsattel heißt "Donau-Dörfl" und liegt zwischen Göller und Hofalm. Donau-Dörfl deshalb, weil die Siedler vom Raum Maria Taferl ob der Donau im Jahre 1809 hierhergesiedelt sind. Obwohl die ersten Ansiedler Protestanten und originale Holzknechte waren, waren die Donau-Dörfler Katholiken und vorwiegend Köhler. Diese Siedler haben um diese Zeit begonnen, aus dem Urwald Holzkohle zu erzeugen, während vorher die gesamte Holzschlägerung zu Brennholz verarbeitet und am Wasserweg bis nach Wien getriftet wurde. Diese Holzkohle fand begehrten Absatz in Gußwerk und in Neuberg, wo um diese Zeit die Eisenindustrie aufgekommen ist.

     
            Die Alte Schule                                                          Der Lahnsattler Friedhof

Wir als  Kulturverein führen unsere Gäste durch unser Kulturheim (die Alte Volksschule Lahnsattel) und erklären dort die Kultur- und Schulgeschichte von Lahnsattel (1872 - 1965). Auf einer Weglänge von 1,5 km zeigen wir Schulklassen ein schönes Stück Wald, das für Projekttage und Waldlehre bestens geeignet ist. Auf dieser Strecke erzählen wir von sämtlichen Lawinenabgängen, die bei uns stattgefunden haben und auch den Namen von Lahnsattel geprägt haben. (Dieser Weg ist auch besonders für ältere Menschen geeignet).

Bitte vorherige Anmeldungen an:

Hans Wallner, Tel. 03883/232

oder

Richard Nutz, Tel. 03883/236 abends.