Die Mürzzuschlager Heilandskirche

Die Heilandskirche thront auf einem seit alters her "Ölberg" genannten Hügel im Süden Mürzzuschlags und beherrscht das Stadtbild. Die Kirche ist ein neugotischer Backsteinbau mit steinernen Gliederungs- und Zierelementen, der im Jahre 1900 in nur fünf Monaten Bauzeit nach den Plänen des Wiener Architekten Karl Steinhofer errichtet worden ist. Am 17. Juni 1900 war die Grundsteinlegung, eingeweiht wurde die Kirche am 18. November desselben Jahres. Die Hauptfassade wendet sich nach Norden, der Stadt zu. Der vorgestellte, mehrgeschossige Turm mit reichhaltiger Gliederung und einem verzierten Helmdach verrät schon von weitem den Sakralbau.

Über einem von einem Spitzbogen gerahmten Portal, in dessen Tympanon das Lamm Gottes zwischen Alpha und Omega ruht, thront in einer Nische der segnende Auferstandene mit wallendem Haar und Vollbart.

  

 

                                                         
                                Luther                                                                                       Melanchthon

Über den Seitenfenstern sind außen hochreliefierte Brustbilder Luthers und Melanchthons als Architekturplastik angebracht.

 

Im Inneren entsteht der Eindruck eines Zentralraumes da das Langhaus einschiffig ausgeführt ist.
In den Glasfenstern im Querschiff zeigen Medaillons über vegetabilen Bahnen
Christus als Sämann
und Johannes den Täufer.

      
                Sämann                                                                                                                                       Johannes der Täufer

 

 

Der Altar ist ein Tischaltar, dessen Platte auf einer maßwerkverzierten Rückwand und zwei Säulen ruht. Der Altar trägt ein großes Kruzifix, ein dunkles Kreuz mit einem weißen Korpus. Links und rechts vom Altar, befinden sich zwei schmale Fenster, auf denen Petrus und Paulus in gotischen Architekturnischen abgebildet sind, unter den Aposteln wird auf die Bibelstellen 2. Kor. 3, 17-18 links  und 1. Petr. 2,9 rechts  verwiesen.

Unter Petrus (kanzelseitig) steht: 1. Petr. 2,9
"Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger
Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat."

Unter Paulus steht: 2. Kor. 3, 17-18
"Der Herr aber ist der Geist, und wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit. Wir alle spiegeln mit enthülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider und werden so in sein eigenes Bild verwandelt, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, durch den Geist des Herrn."

 

Im linken Querschiff ist ein Ölgemälde der "Heiligen Familie", das I. Böhm, nach einem Bild seines Lehrers Franz Defregger unter teilweiser Beteiligung des Meisters geschaffen hat. Das für eine evangelische Kirche ungewohnte Marienbildnis wurde auf Wunsch Peter Roseggers angebracht

 

 

 

Auf der linken Seite steht im Chor ein neugotischer Taufstein, rechts hängt eine grau gestrichene hölzerne Kanzel mit farbig gefassten Evangelistenreliefs.

             

Im reizvollen Kontrast zur hell gefärbelten Kirche steht das dunkle Holz der neugotischen Bänke und der Orgelempore mit kassettierter und maßwerkverzierter Brüstung.