RESOLUTION für das Landeskrankenhaus Mürzzuschlag – Chirurgie Im Jahr 2005 wurde der Chirurgiereformplan für die Krankenhäuser Bad Aussee, Mürzzuschlag, Fürstenfeld und Voitsberg in Kraft gesetzt. Aus dieser Festlegung wurde das Primariat der Chirurgischen Abteilung in Mürzzuschlag nicht nachbesetzt, sondern werden die Krankenhäuser Mürzzuschlag und Bruck/Mur gemeinsam geführt. Obwohl die Anästhesie derzeit noch 24 Stunden besetzt ist, werden auch einfache Operationen nicht mehr in Mürzzuschlag durchgeführt (Blinddarmoperation ist nicht mehr zulässig). Durch den Chirurgiereformplan waren Einsparungen in Höhe von rund EUR 1,5 Mio. zu Lasten unserer Region geplant, über die tatsächliche Einsparung gibt es keine Evaluierung oder Bestätigung. Durch die Veränderungen kommt es zu einer Verschlechterung des Angebotes der Gesundheitsversorgung. Seitens der Bevölkerung wird die große Sorge um die Versorgungssicherheit an die jeweiligen Gemeindevertreter herangetragen, einzelne Fälle von unzumutbar langen Wartezeiten werden berichtet. Als Beispiel sei ein Vorfall erwähnt, bei dem eine Patientin aus Neuberg/Mürz am LKH Mürzzuschlag vorbei nach Bruck/Mur transportiert wurde, nach einer Wartezeit von 3 Stunden erfolgte die Rückfahrt nach Mürzzuschlag, der erforderliche chirurgische Eingriff ist dort zur vollen Zufriedenheit durchgeführt worden. Weiters ist das Rote Kreuz, dass das Rettungsdienstwesen für die Gemeinden besorgt, überfordert und hat massive finanzielle Schwierigkeiten. Die Transportfahrten haben mit der einhergehenden Personalbindung erheblich zugenommen. Mürzzuschlag ist Bezirkshauptstadt und im zentralörtlichen Raumordnungsprogramm als „zentraler Ort“ ausgewiesen. Der Einzug für die Bezirkshauptstadt Mürzzuschlag beträgt rund 45.000 Personen, seitens der Landes- und Bundesverantwortlichen gibt es das oftmals formulierte Bekenntnis zum ländlichen Raum. Aus dieser Sicht ist die Stärkung des Landeskrankenhauses Mürzzuschlag erforderlich und mit den überregionalen Zielen verbunden. Von den Gemeinderäten der Region des Oberen Mürztales wird daher nach eingehenden Vorberatungen beschlossen, die KAGES und die verantwortlichen Stellen des Landes Steiermark aufzufordern, folgende Punkte umzusetzen und den Kontakt mit den betroffenen Gemeinden zu pflegen. 1. Selbstständige Leitung der Chirurgischen Abteilung in Mürzzuschlag, Nachbesetzung des Primariates wie dies auch in Bad Aussee erfolgt ist. 2. Die Aufrechterhaltung der Versorgungsfunktion mit einer allgemeinen Chirurgie und Unfallchirurgie über 24 Stunden. 3. Personelle Verstärkung, um über 24 Stunden Routineoperationen in Mürzzuschlag durchführen zu können, die Anästhesie muss auch künftig über 24 Stunden besetzt sein. 4. Zur Stärkung der Chirurgischen Abteilung ist eine Schwerpunktsetzung für ein Fachgebiet festzulegen (z.B. Orthopädie), um den Standort langfristig abzusichern. 5. Vornahme von Investitionen in die bestehenden Einrichtungen unter Berücksichtigung von notwendigen Zubauten, um eine zeitgemäße am Stand der Wissenschaften befindliche Chirurgie in Mürzzuschlag zu gewährleisten. Mürzzuschlag, 13. November 2008